Sommertag
Wenn sich das Morgenlicht
durchs Fenster drängt,
Gedanken, aufdringlich und
traumgelenkt,
krallen sich fest, wollen
einfach nicht weichen,
Negativsplitter – und immer
die gleichen.
Ein kribbelnder Strom von
Unbehagen,
Nachtgeister, die wild um
sich schlagen.
Wasser rieselt über Gesicht
und Hände,
eklig die Zahncreme, die ich
verwende.
Die Bürste schabt durch die
spärlichen Haare,
ein erstes Wohlgefühl, das
ich erfahre.
Die Treppe hinunter in den
schimmernden Tag,
barfuß durchs Gras, auf dem
noch Taubelag.
Die Amseln kollern ihr
Morgenlied
und Frieden in die Seele
zieht.
Der Wind bewegt die Zweige
leicht.
Kein Missklang mehr, der mich
erreicht.
Erstickt der Geister
Stimmgetön,
die Traumbilder verblasst,
ja,...das Leben ist schön.
T.P.
Sommer
26
Das Himmelblau droht uns
mit Sommerhitze.
Die Blätter schweigen
trauernd an den Bäumen,
Quecksilbersäulen streben
an die Spitze.
Noch aber liegt das Leben
in den Morgenträumen.
Die ersten Fenster werden
aufgerissen,
die Morgenkühle
einzulassen.
Ein Jogger quält im Park
sich selbstverbissen,
Und erste Radler huschen
durch die Straßen.
Die Sonne steht bald im
Zenit
und in den Bädern tobt das
junge Leben.
Die Arbeit quält sich
mühsam Schritt für Schritt,
aber der Wein reift
lächelnd in den Reben.
Der Abendwind erstickt die
Feuergarben,
fächelt mir Kühle zu für
Phantasien.
Und im Gemüte flimmern
zarte Farben,
das Damals singt mir seine
Melodien.
T.P.
Herbstgedanken
Die Bäume stehen kahl. Das
Blätterkleid gefallen und
verdorben.
Die Zweige eisig starr,
bewegungslos, als wären sie
gestorben.
Jedoch es ist ein Schlafen bloß,
ein Warten, rein gar nichts ist
verloren,
und ist das Licht erst doppeltgroß,
wird alles neu geboren.
Wir kennen dieses Auf und Ab in
immer gleicher Weise.
Vom hellen Tag zur dunklen Nacht
drehn sich des Lebens Kreise.
Reißen uns mit samt der fliehenden
Zeit.
Kreise bestimmen
die Ewigkeit.
Der Tod, er hebt die Knochenhände,
aber der Kreis ist ohne Ende.
T.P.
Frühlingsgedanken
Die Knospen an den
Zweigen schwellen
und an des Parkes
Rändern stellen
die Osterglocken
goldberauscht
die Kelche in den
sonnenhellen
Morgen, der dem Winde
lauscht.
Zweige strecken sich
nach Süden,
die Wiesen liegen
taubedeckt,
und hinter weißen
Schlehenblüten
hält sich der Frühling
schon versteckt.
Am Ende scheint des
Winters Lauf.
Der Frühling winkt
verzagt.
Doch niemand hält die
Sonne auf,
der Kuckuck hat es mir
gesagt.
Erste Kleininsekten
weben
Maschen in das
Morgenlicht.
Ja, es ist ein Glück
zu leben,
denn der Frühling
meldet sich.
T.P.
Mitschnitt
des Interviews mit Thomas Persdorf
vom 26. April 2020
SWR4 RP Sonntagsgalerie
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die Trilogie:
"Quintus - Aus dem Leben eines
Hochbegabten",
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Sie bitte auf den folgenden Link.
http://www.thomas-persdorf.de/Flyer.pdf
Ebenfalls fertig gestellt Audiodatei.mp3
zu:
"Entlang des Großen
Krieges". Erhältlich bei Audible.
Der Autor wurde in der
Mitte des 2. Großen Krieges in
Leipzig geboren. Er verbrachte seine
Kindheit und Jugend in der
Messestadt und schloss seine
Schulbildung 1959 mit dem Abitur ab.
Der Arbeiter- und Bauernstaat
akzeptierte seine „freiwillige“
Meldung zum 3jährigen Dienst in der
Volksarmee, nicht aber seine
Bewerbung zum Studienfach
Tiermedizin, mit der Begründung, der
Autor entstamme
kleinkapitalistischen Verhältnissen.
(Sein Pflegevater war selbständiger
Bäckermeister.)
Er flüchtete als 18-Jähriger
daraufhin über das noch offene
Berlin in die Bundesrepublik,
wiederholte sein Abitur in Erlangen
und studierte mit Hilfe eines
Lastenausgleich-Stipendiums in
Gießen und Wien Tiermedizin mit
Approbation und Promotion 1964.
Assistentenzeit an der Medizinischen
Tierklinik Gießen und an der
Veterinär-Pathologie der University
Saskatoon in Kanada folgten. 1970
eröffnete er eine Kleintierpraxis in
Mainz, 1984 eine Tierklinik, die er
als Fachtierarzt für
Kleintierkrankheiten bis zum Jahre
1997 führte. Der Autor ist seit 1969
verheiratet und glücklicher Vater
von fünf Kindern.
2007 debütierte der
Autor literarisch mit seiner
Erzählung:
"Der Orpheusspötter".
Im November 2009 erschien sein
Roman: "Caroline und der 53. Gast.",
das Leben einer jungen Lehrerin in
der Wendezeit der DDR, verknüpft mit
ihrem Nachdenken über Schiller und
seine rätselhaften Begräbnisse.
Im November 2013 erschien
der erste Teil der geplanten
Quintus-Trilogie: "Entlang des
Großen Krieges", Leben und Lieben
des Quintus Virilius Schneefahl in
der Zeit des Ersten Weltkrieges.
Anfang 2018 folgte der Teil
2: " Das V der Kraniche", Nachkrieg
1920/21
und die Suche nach der in
den Kriegswirren in Oberschlesien
ver-
schwundenen Amelie v.
Wachen, der Verlobten des Quintus
Schneefahl.
Im Januar 2020 wurde die
Trilogie "Quintus - Aus dem Leben
eines Hochbegabten" mit dem 3. Band
"Quintus und der Feuerreiter"
abgeschlossen.
"Zinnbecks
Leidenschaften", eine turbulente
Liebe mit historischen
Verknüpfungen zur Französischen
Revolution, erschien Juli 2024,
das sechste Werk des
Autors.
Der Autor Thomas Persdorf
sagt DANKE!
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